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Weltkunst von der Romantik bis zur Gegenwart
Die Kunststadt Dresden hat sein Albertinum wieder / Galerie Neue Meister und Skulpturensammlung unter einem Dach / Schaudepots eröffnen neue Einsichten
Dresden sorgte am letzten Frühlingswochenende für Schlagzeilen auf den Kulturseiten der internationalen Presse. Das Albertinum, traditionelle Heimstatt der Galerie Neue Meister, öffnete nach sechs Jahren Schließzeit wieder seine Pforten. Als die Elbe im August 2002 mit über 9,30 Metern ihren Jahrhundertpegel erreicht hatte, mussten in einer unvergleichlichen Rettungsaktion die Kunstwerke in Sicherheit gebracht werden, und das Haus wurde geschlossen. Die Katastrophe wurde jedoch auch als Chance gesehen, den alten Zustand mit einer einfachen Renovierung nicht nur wiederherzustellen, sondern ein völlig neues Museum zu projektieren, in der die Weltkunst von der Romantik bis zur Gegenwart attraktiv gezeigt wird. Der Freistaat Sachsen investierte 51 Millionen Euro in die Umgestaltung des 1563 als Zeughaus errichteten Gebäudes, das zu den berühmtesten Renaissance-Bauwerken in Deutschland zählt.
Sanierte Ausstellungssäle mit innovativer Lichtkomposition
Das spektakuläre Konzept des Berliner Büros Staab Architekten ist kein Neubau, sondern ein behutsamer Umbau des historischen Gebäudes. Aus der Notwendigkeit eines flutsicheren Lagerortes entstand ein architektonisches Meisterwerk der Gegenwart – ein zweigeschossiger Werkstatt- und Depotkomplex schwebt über dem 1.600 Quadratmeter großen und 17 Meter hohen Innenhof. Die Ausstellungsfläche wurde vervierfacht, so dass die Galerie Neue Meister und die Skulpturensammlung unter einem Dach auch künstlerisch eine neue Einheit bilden können. Überraschend neu wirken die sanierten Ausstellungssäle mit innovativer Lichtkomposition. Schließlich eröffnet sich das Haus den Besuchern durch eine veränderte Eingangssituation von der Brühlschen Terrasse und einem zusätzlichen Eingang vom Georg-Treu-Platz, nur wenige Schritte von der Frauenkirche entfernt. Was die Besucher besonders erfreut, es gibt keine Schließtage mehr, denn das Albertinum hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
125 Meisterwerke in der Skulpturensammlung
Rund 3.500 Besucher, darunter viele Kulturtouristen, für die sich die Anreise gelohnt hat, eroberten am ersten Öffnungstag das neue Albertinum. Im Erdgeschoss und dem 1. Obergeschoss ist die Skulpturensammlung untergebracht. In der Eingangshalle am Georg-Treu-Platz begrüßen zwei überlebensgroße Skulpturen den Besucher: Ullrich Rückriems im Jahre 2009 für das Albertinum geschaffene »Ägypter« und der »Chronos« von Balhasar Permoser aus dem Jahre 1695. Im Schaudepot kann die grandiose Antikensammlung bewundert werden. Bildhauerarbeiten aus über fünf Jahrtausenden sind zu entdecken. In der 1.200 Quadratmeter großen Skulpturenhalle verteilen sich 125 Meisterwerke und laden zu einer Geschichtsreise von 1880 bis heute ein. Auguste Rodins berühmter »Denker« und die »Balletttänzerin« von Edgar Degas sind seit vier Jahren erstmals wieder zu sehen und ziehen die Blicke an. Man findet aber auch Kunst der DDR mit Werken von Wieland Förster oder Hermann Glöckner. Birgit Diekers experimentierte bei ihrem »Seelenfänger« mit außergewöhnlichen Materialien und wird als eine der Wegbereiter der Moderne gezeigt.
Salon des Symbolismus im Klingnersaal
Im 1. Obergeschoss bilden der Mosaik- und Klingnersaal in einer Neuinszenierung ein symmetrisches Geschwisterpaar. Ernst Rietschel, Dresdner Bildhauer des 19. Jahrhunderts, bekommt im Mosaiksaal mit Skulpturen des Klassizismus ein neues Zuhause. Das unzerstörte Originalmodell des Goethe-Schiller-Denkmals in Weimar oder das Gussmodell für das Lessingdenkmal sind nun erstmals dauerhaft in Dresden zu sehen. Im Klingersaal erwartet den Besucher ein »Salon des Symbolismus«, von Skulpturensammlung und Galerie Neue Meister gemeinsam konzipiert. Es ist ein Epocheraum des »Fin de Siècle«, in dem beispielsweise Max Klingners Skulptur »Die Neue Salome« und Franz von Stucks »Das verlorene Bild« in einen sinnlich-sündigen Kunstdialog treten.
300 Meisterwerke von der Romantik bis zur Gegenwart
Im 2. Obergeschoss kehren die Werke der Galerie Neue Meister nach internationalen Gastauftritten in das Albertinum zurück. Der Besucher kann rund 300 Meisterwerke von der Romantik bis zur Gegenwart bewundern: von Caspar David Friedrich bis Gerhard Richter sowie Malern der jüngsten Generation. Werke zeitgenössischer Künstler wie Ralf Kerbach oder Eberhard Havekost eröffnen den Rundgang. Der Entstehungsprozess moderner Malerei ist hier zu entdecken. Die Künstler der Gegenwart zeigen, wie sie ihre Inspiration auch aus der vergangener Zeit ziehen.
Caspar David Friedrich, der bedeutendste deutsche Künstler der Romantik ist im zweiten Saal, unter anderem mit seinem unverwechselbaren Gemälde »Zwei Männer in Betrachtung des Mondes« zu finden. In chronologischer Folge finden sich dann weitere Dresdner Romantiker von Carl Gustav Carus über Christian Dahl bis Ludwig Richter. Auch die Gemälde deutscher und französischer Impressionisten wie Claude Monet, Edgar Degas und Max Liebermann sind in neuer Anordnung zurück gekehrt.
Weltpremiere von Gerhard Richter
Die expressionistische Künstlergruppe »Brücke“, 1905 in Dresden gegründet, hat einen eigenen Raum bekommen, wie die international bekannten Künstler mit Dresdner Wurzeln A.R. Penck, Georg Baselitz und Gerhard Richter. Zu sehen sind dort Bilder des bisherigen Sammlungsbestandes sowie Neuerwerbungen und Leihgaben, die einen repräsentativen Querschnitt ihres Schaffens vermitteln. Ihre Weltpremiere feiern 42 Hinterglasbilder sowie das Objekt »9 stehende Scheiben« von Gerhard Richter, die jener extra für das neue Albertinum schuf. In den Ausstellungsräumen bildet die Kombination von Tages- und Kunstlicht beste Bedingungen für den Besucher. Er kann die Kunstwerke in schattenlosen Räumen betrachten. Zudem ist die Malerei von der Romantik bis zur Gegenwart in einem einfühlsamen Farbkonzept präsentiert.
Stimmen zum Wiedereröffnung des Dresdner Albertinums:
Sachsens Ministerpräsident Stanislawe Tillich: »Ein wunderschönes und beispielhaftes Museum. Dresden ist eben nicht nur Barock. Das ist, als würde die Kunststadt nur auf einem Bein stehen. Jetzt sind Alte und Neue Meister, Vergangenheit und Gegenwart vereint.«
Galeristin Hedwig Döbele: »Das Haus hat Noblesse, Klarheit und vor allem: es dient der Kunst. Dresden wird wieder ein Anziehungspunkt für Künstler und Kunstfreunde.«
Bildhauer Helmut Heinze: »Die Skulpturenhalle ist ein großer Gewinn für die Bildhauerei.«
Dirigent Christian Thielemann, ab 2010 Chef der Sächsischen Staatskapelle: »Dieses Haus ist ein Ereignis. Großartig, wie Ihr das hinbekommen habt.«
Das Albertinum ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.
www.skd.museum
Pressemtteilung der Dresden MArketing GmbH
Foto:
Blick in die neue Skulpturenhalle des neuen Albertinum
Foto: Ruhnau
Nachricht vom
22.7.10 17:26
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