Eines der modernsten Museen in Deutschland / Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart
Was im August 2002 als Katastrophe begann, wendet sich in diesem Sommer zur neuen Chance für das alte Albertinum in Dresden. Hochwasser bedrohte vor acht Jahren die unersetzlichen Schätze der Museen und binnen Stunden mussten einzigartige Gemälde und Skulpturen aus den Depots im Untergeschoss evakuiert werden. Die unterirdischen Depots boten keinen ausreichenden Schutz für das wertvolle Kulturgut. Nach Sanierung und Umbau präsentiert sich das neue Albertinum ab 20. Juni mit Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart.
Die Initialzündung für die Komplettsanierung des Albertinums zu einem weltweit einzigartigen, hochwassersicheren Museumsgebäude gab drei Monate nach dem Hochwasser eine Auktion von mehr als 40 zeitgenössischen Künstlern aus derem Oeuvre. Der Erlös von über 3,4 Millionen Euro gestattete zunächst einen Architekturwettbewerb, den das Berliner Büro Staab Architekten mit einem spektakulären Konzept gewann. Ihr architektonisches Meisterwerk bietet als raumhaltiges Dach für Depots und Restaurierungswerkstätten »eine Arche für die Kunst«. So gewinnt das Gebäude nicht nur einen lichtdurchfluteten Innenhof mit Platz für Cafè, Buchladen, Galeriekonzerte und Theateraufführungen, sondern auch einen zweiten Museumseingang. Die Besucher können das Albertinum wahlweise von der Brühlschen Terrasse und vom Georg-Treu Platz, nur wenige Schritte von der Frauenkirche entfernt, betreten.
Die neuen Ausstellungssäle teilen sich die Galerie Neue Meister und die Skulpturensammlung. Die Bestände beider Museen mit Malerei von Caspar David Friedrich bis Gerhard Richter sowie Skulptur von Rodin bis ins 21. Jahrhundert besitzen weltweit einen bedeutenden Ruf. Riesige gläserne Schaudepots eröffnen dem Besucher bisher unbekannte Einsichten in das Innere des Museums und erschließen bislang verborgene Werke der Sammlung. Innerhalb der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wird das neue Albertinum eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlagen. Während in den Ausstellungsräumen der Kunst der Moderne und Gegenwart eine große Bühne geboten wird, werden hinter den Kulissen des Museumsbetriebes die Gemälde alter und neuer Meister restauriert. Das neue Albertinum ist in seiner Gesamtheit auf Begegnungen zwischen Malerei und Skulptur, Romantik und Moderne, zwischen Ost und West, zwischen gestern, heute und morgen ausgerichtet.
Der Freistaat Sachsen investierte rund 51 Millionen Euro in das denkmalgeschützte Gebäude, das im 16. Jahrhundert als wichtigstes Renaissance-Bauwerk Dresdens errichtet wurde. Im Herbst 2004 begannen die Bauarbeiten, zwei Jahre danach der Einbau der von dem Berliner Architekten Volker Staab entworfenen »Arche«.
Die 2700 Tonnen schwere Stahlkonstruktion in Form eines zweigeschossigen, 72 Meter langen und 24 Meter breiten Daches befindet sich in 17 Metern Höhe über der Vierflügelanlage. Gestützt wird sie von einem Aufzugsschacht und zwei bis 20 Meter in die Erde gegründete Pfeiler. Das »schwebende Depot« bietet rund 1200 Quadratmeter Nutzfläche für Kunstdepot und Restaurierungswerkstätten. Aus dem bisher Unterseite der Arche und seitlicher Lichtfugen.
Die Ausstellungsfläche in dem Renaissance-Bau vergrößerte sich um 1.200 auf 13.500 Quadratmeter. Neben den mit Oberlichtern und Parkett versehenen Räumen der Galerie und entstaubtem Mosaik- und Klingersaal für Skulpturen sind ein Raum für Gegenwartskunst und wechselnde Ausstellungen sowie zwei Schaudepots für die Skulpturen entstanden. Der aus Dresden stammende Maler Gerhard Richter bekommt zwei der sanierten Ausstellungsräume im Altbau für zwei neue Arbeiten sowie einen Überblick über sein Werk seit 1963 mit Leihgaben des Künstlers und von Sammlern sowie Arbeiten aus dem Dresdner Bestand.